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15 Jahre Ruhigen Köpenicker e.V.
Jubiläumsfahrt Ibiza - Versuch einer Laudatio auf den Verein:

Wir schauen aus der Südostkurve Berlins nach Ibiza und sind pünktlich zum Jubiläum angekommen im Mekka der Sonnenanbeter. Und von hier nun schauen wir zurück auf 15 Jahre und einen langen Weg, unseren Weg, den Weg der R.K.

15 Jahre, so eine lange Zeit und doch so schnell vergangen.

Wenn jemand vor 15 Jahren gesagt hätte, dass wir heute noch hier zusam-men sind, wir hätten ihn wohl alle für verrückt erklärt. Aber dass wir noch hier zusammen sind ist nicht nur der Wahnsinn, nein, es zeigt auch unsere ganze klasse.

Und weil wir uns diese Zeit gegönnt haben, weil wir sie gewissermaßen ein-geatmet haben, ist der Verein wohl so etwas wie unsere 2. Blutbahn gewor-den.

Und wenn wir heute auf diese 15 Jahre zurückblicken, blicken wir dabei auch auf unzählige wunderbare Momente, und wir blicken zurück auf Respekt und Achtung voreinander, auf Herzlichkeit und Momente voll von unverbrauchtem Humor. Ja ich bin sicher, wenn morgen Schluss wäre, könnten wir trotzdem mit Sicherheit behaupten, jede Minute hat sich gelohnt. Aber dass wir nach 15 Jahren gar nicht daran denken aufzuhören, sondern voller Optimismus in die Zukunft blicken und noch Träume und Ziele haben, DASS macht uns wirklich GROSS.

Also, auf Euch, Ihr seid der Verein sagt der Vorstand und bedankt sich nochmals ganz herzlich für die wunderbare „Ansage“ beim Rückflug.

10 Jahre Ruhigen Köpenicker e.V. oder
Der Rückblick in unsere Geburtsstunde 

Eigentlich währt die Geschichte unseres Vereines nicht nur 10 Jahre, son-dern sie reicht wohl, wenn ich genau überlege, noch viel länger zurück - bis in das Jahr 1990. Und eigentlich war der Anfang und die Entstehung - wie so vieles im Leben - nämlich Zufall oder irgend wie die Verquickung mehrerer nicht vorhersehbarer, nicht geplanter Ereignisse.

Wenn ich genau in meiner Erinnerung krame und sortiere, kann man es viel-leicht etwa so zusammenfassen: Es waren die 3 Dinge, aber nicht die be-rühmten 3 Dinge aus der Werbung, die der Mann braucht, sondern es waren die Wende, Männer um die Dreißig, die Angst hatten, dass ihr Bauchumfang noch größer wird und ein ausgeprägter Appetit auf Bier, der die Leute immer wieder zusammenführte. Vielleicht gab es ja auch noch mehr Anlässe, aber ich glaube, diese 3 waren schon entscheidend. 

Also kämpfe ich mich mal zurück in den Sommer 1990. Und wenn die Erinne-rung doch irgendwie trügerisch ist oder sein soll, so in etwa ist es gewesen, zumindest aus meiner Sicht. 

Rückblende

Es war der Tag der Währungsunion. Ich war gerade kurze Zeit mit dem Stu-dium fertig, und plötzlich wurden überall die Karten neu gemischt.

Es war Wendezeit!

D.h., so richtig brauchte mich zu dieser Zeit niemand wirklich. Und um so länger ich darüber nachdachte, eigentlich konnte ich auch gar nicht so viel, dass mich einer hätte brauchen können. Also verbrachte ich die Zeit damit, mich nützlich zu machen. Am besten ging das für mich damals im Sommer 1990, freiberuflich zu arbeiten. Wobei man wohl heute Schwarzarbeit dazu sagen würde. Bei dieser Tätigkeit auf einer Baustelle im Griesinger-Kranken-haus, wobei auch dieser Arbeitsort wohl eher zufällig war und keinen Bezug zu seinen Therapiekonzepten hatte, traf ich Udo B. wieder, der in der Bau-firma, in der ich „frei tätig“ war, fest angestellt gewesen ist. Als wir uns dort trafen, gab es natürlich ein großes Hallo. Denn immerhin sind wir damals in ein und der selben Schule unserem Bildungsanspruch nachgekommen. Es war also klar, so ein Wiedersehen mußte vertieft werden und wo kann so etwas besser geschehen als in einem Bierlokal. Kurz und knapp. Wir trafen uns in selbigem umgehend und nach 3 oder 4 Stunden hatten wir auch schon so etwas wie eine kleine Strategie. Nein, wir hatten damals noch nicht die grosße Vereinsidee. Aber wir haben Namen zusammengetragen und den Vor-satz entwickelt, alte Kontakte wieder aufzufrischen. Wer hat noch mit wem von früher Kontakt? Und erst einmal half uns der Basketball dabei. Udo B wußte, daß da die Herren Jürgen B, Stephan L und Mario U noch in einem kleinen Verein aktiv waren. Kurzum, wir trafen uns natürlich auch mit den Basketballern und vertieften unsere Kontakte und fabulierten über die „gute alte Zeit“. Eigentlich wäre dies die Dramaturgie gewesen für den Ausspruch: „und so hatten sie noch viele schöne Tage und wenn sie nicht gestorben sind...“. Aber so ist es nicht gewesen oder zumindest nicht geblieben.

Das Jahr 1990 ging zu Ende. Das Jahr 1991 begann.

Die Vorliebe für den Gerstensaft hatte uns zusammengeschweißt, aber der Basketball oder sein Umfeld hatten ihren Reiz verloren und irgendwann in die-ser Zeit hatten plötzlich auch alle Gewichtsprobleme bekommen oder stan-den kurz davor. Außerdem brauchten wir wohl auch mal eine ganz neue Her-ausforderung.

Und plötzlich kam die Idee auf, laßt uns doch Fußball spielen. Udo B hat mal gespielt, Jürgen B hat mal gespielt, Stephan L hat mal gespielt und Jürgen B natürlich auch. Die Idee war gut, fanden wir, und unsere Begeisterung wuchs.

Aber für unsere Idee waren wir einfach noch zu wenig Leute. Aber wir hat-ten ja Udo B und Jürgen B. Die wußten, wo Jörg S wohnt und haben ihn ein-fach mal besucht. Und ich kannte Frank G, der war zwar nicht in unserer Schule, aber verwandt mit Jörg S. Und alle kannten natürlich Frank Z. Und nachdem der Kreis zusammengefunden hatte, dachten Frank G und ich, jetzt können wir auch noch Frank B dazu holen, der wiederum mit uns beiden bei Rotation Berlin Fußball gespielt hatte. Jörg S hatte dann noch die Idee, Lutz S mit dazu zu nehmen. Er war seinerzeit der einzige wirklich noch aktive Fußballer. Ich glaube, er hat uns damals nicht so richtig geglaubt, dass wir wirklich was auf die Beine stellen wollen. Aber er hat trotzdem, auch wenn anfangs nur aushilfsweise, sein Interesse bekundet. 

Es hört sich aus heutiger Sicht vielleicht lächerlich oder bezeichnend an, aber erst ein halbes Jahr später, nach unzähligen Diskussionen und Bieren und noch fast ohne Konzept, haben wir es wirklich geschafft und haben unser erstes Training absolviert!

Es war der 03.08.1991! Wir waren 7 Mann und naiv genug zu glauben, jetzt haben wir es geschafft. Es war aber nur der Anfang unserer Stunde Null. An Vereinsgründung und Punktspiele hat an diesem Tag noch keiner gedacht. Doch wir hatten jetzt einen Anfang und bekanntlich ist danach alles nur noch halb so schwer. Es kam jetzt Bewegung in unsere Sache. Wir wollten nun auch gegen andere Mannschaften spielen und mobilisierten alle, denen wir irgendwie habhaft werden konnten.

Am 24.11.1991 war es dann soweit. Unser erstes offizielles Spiel auf Groß-feld gegen eine Betriebsmannschaft von Möbel-Hübner und dann noch ein 5:1-Sieg. Stephan L war übrigens der erste Torschütze. Und wir waren überglücklich. 

Natürlich wollten wir jetzt mehr. Wir wollten öfter spielen. Und Lutz Sula drängte immer mehr - wenn wir so etwas wirklich wollen, müssen wir auch Punktspiele bestreiten. Das war so Ende 1991. Seine Idee hatte uns auch irgendwie überzeugt. So war uns auch klar oder zumindest dachten wir, es ist eine Grundbedingung, dann müssen wir einen Verein gründen. Wir haben uns damals wahrscheinlich unheimlich wichtig genommen und wollten alles besonders gut machen. Also nicht irgendein Verein, sondern es mußte schon „e.V.“ dabei sein. Hätten wir gewußt, wie viel Arbeit das alles macht, hätten wir dann auch?! Wer weiß das schon. Aber wir haben es getan.

Und am 07.03.1992 haben wir mit 8 Personen dieser ersten Generation im Lokal „Zum Eicheneck“ den Verein gegründet. Und 3 von diesen 8 sind heute noch aktive Fußballer. So lange ist das nun schon her. Aber wie wir um un-seren Vereinsnamen gestritten haben, unter welchen Schwierigkeiten wir für unsere erste e.V.-Beantragung 36 Mitglieder aus dem Boden gestampft ha-ben, wird wohl von den damaligen Gründern nie vergessen werden. Oder wie wir damals ohne die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten zu den einzelnen Spielern gefahren sind, um die Treffpunkte für die Spiele bekanntzugeben.

Ich finde, es war damals eine unvergeßlich schöne Zeit. Aber genau so schön ist es aus meiner Sicht, dass wir 10 Jahre später immer noch dabei sind und unserem Verein die Treue halten und gemeinsam, damals wie heute, Spaß daran haben, dass es unseren Verein gibt. Und wenn wir die 10 Jahre Revue passieren lassen, denke ich, können wir wirklich stolz auf das sein, was wir gemeinsam geleistet haben. Ob das nun unsere Bowling-Meister-schaft, unsere Osterfahrten oder unsere Vereinsfeiern waren, wo nicht zu-letzt dann auch unsere Frauen ein fester Bestandteil des Vereinslebens ge-worden sind. All diese Dinge zusammen machen uns aus - über den Fußball hinaus. Eben als Verein, der versucht für alle etwas zu bieten, was für den Einzelnen wichtig ist – Spaß, Gemeinsamkeit und Freundschaft. 

Am Schluß sei mir bitte verziehen, dass mein Artikel vornehmlich die Anfänge des Vereins beleuchtet. Aber ich denke, genau diese Anfänge sind heute vielen gar nicht mehr so geläufig und gerade darum interessant. Aber eines ist vielleicht noch wichtiger als nur Interesse. Viel wichtiger wäre mir, daß auch in Zukunft die positiven Erinnerungen für die Mehrheit unserer Vereins-mitglieder selbstverständlich bleiben. 

Jürgen Böttcher

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